Abwrackprämie für Schuhe
Mit dem durchschlagenden Erfolg der Abwrackprämie für Autos isnd auch andere Branchen sehr schnell auf die Idee gekommen, mit dem Prinzip „Alt gegen Neu“ den Umsatz zu steigern. So konnte man im letzten Jahr nicht nur alte Koffer, Computerschrott, oder Herrenanzüge abwracken, sondern auch Kleidung und Schuhe.
Verschiedene Geschäfte boten den Service an, so zum Beispiel die Schuhkette Reno und das Modehaus Adler. Auch große Unternehmen wie Media Markt sprangen sofort auf den Zug auf, während noch über weitere staatliche Verschrottungsaktionen, zum Beispiel für Kühlschränke, nachgedacht wurde.
Dass es sich bei den Tauschangeboten im Grunde um nichts anderes als Rabattaktionen handelt, die dazu dienen sollen, den Umsatz der Unternehmen zu steigern, liegt auf der Hand. Aber ist denn die Abwrackprämie etwas anderes gewesen? Das Ziel war überall das gleiche: Unentschlossenen Kunden soll ein Anreiz zum Kauf gegeben werden. Der Unterschied bestand darin, dass das Geld für’s Auto vom Staat kam und das natürlich eine wohlüberlegtere Investition ist als beispielsweise neue Schuhe. Schaut man sich im Übrigen die Aktionen an, mit denen Schuhgeschäfte geworben haben, merkt man deutlich, dass die Branche es eigentlich nicht nötig hat. Denn selbst in der Wirtschaftskrise steht der Schuheinzelhandel gut da. Fünf bis zehn Euro brachte es in der Regel, wenn man seine alten Schuhe gleichzeitig „verschrottete“. Das reizt wohl nur Menschen, die einen ausgeprägten Schuhtick haben und sich beim Schuhe kaufen nicht zurückhalten können. Ob die aber freiwillig ein paar alte Treter dafür hergeben ist fraglich. Der meist den Frauen nachgesagte Faible für schicke Fußbekleidung hat übrigens auch positive Seiten. Jüngst stellte eine große Krankenkasse fest, dass es gesünder für die Füße ist, Schuhe mehrmals täglich zu wechseln vor allem wenn es sich um High Heels handelt, die nur maximal vier Stunden pro Tag den Fuß zieren sollten.
Marie Juliane Steinbach
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