Absinthe und Thujon
Das in der bitteren schmeckenden Spirituosen Absinthe ein sehr anregender Wirkstoff enthalten ist, pfeifen inzwischen die Spatzen schon vor den Dächern. Dieser Wirkstoff heißt Thujon. Dieser Inhaltsstoff ähnelt in seiner Strukturformel dem Inhaltsstoff THC der Cannabispflanze. Thujon ist als Bestandteil des ätherischen Öles des Wermuts, auch ein Wirkstoff, in dem heute erhältlichen Wermutöl. Wermutöl wird aber auch für die Absinthe Herstellung benötigt. Zu den Hochzeiten des Absinth, im 19. Jahrhundert, fuhren die Absinthe Gegner mit sehr starken Geschützen auf: Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Schwindel, Krämpfe, Depressionen, körperlicher Verfall, geistiger Verfall, Blindheit und viele andere Krankheiten. Selbst für Syphilis und den Verfall der Moral wurde Absinth verantwortlich gemacht. Dem ist nicht unbedingt etwas entgegenzusetzen, wenn man weiß das Thujon ein Nervengift ist, das bei hoher Dosierung geistige Verwirrtheit oder epileptische Krämpfe verursachen kann, und sogar zum Tod führen kann. Im 19. Jahrhundert wurden verschiedene Tierexperimente durchgeführt, die die Argumentation der Absichtsgegner untermauert. In der heutigen Zeit konnte man mit moderner wissenschaftlicher Methode diese Behauptungen jedoch nicht positiv bestätigen. Jedoch wurde aufgrund der Gefährlichkeit von Thujon der Thujon Gehalt innerhalb der Europäischen Union auf 35 mg pro Kilogramm pro Liter Absinthe gesetzlich beschränkt. Eine höhere Dosierung ist im schlimmsten Fall lebensgefährlich und führe zum Tode. Darum ist vor Experimenten mit Wermutöl dringend abzuraten. Möchte man heute einen Absinth bestellen, so kann man dies auch ohne Thujon erwerben. Denn der Handel führt sowohl Absinth mit und ohne Thujon ganz zur Freude der gesundheitsbewussten Konsumenten. Die größte Auswahl an Absinth findet man nach wie vor, rund um die Uhr, im Internet.
Autor: Celso Cardozo
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