Der Versicherungsberater


Es gibt mittlerweile gegen alles eine Versicherung. Nur eine gibt es nicht, eine Versicherung gegen Versicherungen. Was sich da so alles auf dem Versicherungsmarkt bewegt, das ist oft unbegreiflich. Die Versicherungsgesellschaften haben inzwischen einen geprüften Versicherungsberater in Leben gerufen, um so das Image des Versicherungsvertreters aufzubessern, nehmen aber auch weiterhin jede andere geeignete Peron auf, sei es auch nur für kurze Zeit.

Sie versprechen Karriere und große Verdienstmöglichkeiten, um immer neue Personen anzuwerben. Diese Personen werden bereits bei der Einstellung intern in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Da gibt es diejenigen, die es schaffen könnten und diejenigen, denen eingeredet wird, dass sie es schaffen werden, obwohl bereits bekannt ist, dass diese Personen es nie schaffen werden. Der Grund ist dieser. Die Personen kommen einmal selbst mit ihren Versicherungen zur Gesellschaft und bringen eventuell die ganze Verwandtschaft noch mit. Wenn dies geschehen ist, so verliert die Gesellschaft schnell die Interessen an diesen Personen. Der Zweck wurde erfüllt, die Anzahl der Versicherungsnehmer im eigenen Lager ist dadurch gestiegen.

(Böse Zungen behaupten, die Person wurde ausgemolken und gibt keine Milch mehr)

Dann gibt es die, die es schaffen. Diese Personen kommen dann zur Weiterbildung und Schulung. Sie werden richtig ausgebildet und bis zur Prüfung als „Geprüfter Versicherungsberater“ geführt. Sie treten dann sehr oft örtlichen Vereinen bei, um so ihren Bekanntenkreis zu erweitern, in der Hoffnung, dort versicherungswillige Personen, ganz besonders Jugendliche, kennen zu lernen.

Dies sind dann geprüfte Berater mit Ausweis, die sich im Versicherungswesen bestens auskennen.

Sie geben aber ihr Wissen nicht immer an Versicherungswillige weiter. Vor allen Dingen nicht, wenn es wirtschaftlich schädlich für sie selbst wäre. Da werden von Renditen und Gewinnen gesprochen, mit Filzstifte große Zahlen auf große weiße Blätter geschrieben, damit dem Versicherungswilligen die Augen tränen. Denn groß ist gleich viel.

Jedoch wird er nie dem Versicherungswilligen sagen, dass er z.B. bei einer Lebensversicherung die ersten zwei Jahre nur einzahlt für seine Vergütung und andere Versicherungskosten. Oder dass er bei einer Krankenversicherung die ersten drei Monatsbeiträge als Provision erhält u.s.w.

Aus diesem Grund sollten Versicherungswillige sich auch gut überlegen, ob sie die angebotenen Versicherungen auch tatsächlich alle benötigen. Für was benötigt z.B. ein Junggeselle eine Lebensversicherung, ein Arbeitsloser eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Selbst bei Unfallversicherungen zahlt die Versicherungsgesellschaft erst nach einem Jahr die Unfallsumme aus, in der Hoffnung, der Verunfallte erlebt den Auszahlungstermin nicht mehr. Somit entfällt die Zahlung der fälligen Unfallsumme. Aus diesem Grunde wird noch gerne eine kleinere Todesfallsumme eingebaut, die wiederum für den Versicherungsnehmer zusätzliches Geld kostet und dem Versicherungsberater zusätzliches Geld einbringt.

 

Alfons Quick

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