Wirksame Haartransplantation schmerzfrei durchführen
Im 20. Jahrhundert führte man Haartransplantationen bereits versuchsweise durch. Der japanische Arzt Dr. Sasegawa veröffentlichte 1930 erstmalig einen Bericht über seine Forschungsarbeiten. Er setzte anschließend die Haartransplantationen zu Forschungszwecken fort und machte 1939 seine Studie über die HT-Technik publik. Für die Haartransplantationen entnahm Dr. Sasegawa 2 bis 4 mm große Einheiten der Kopfhaut und pflanzte sie in vernarbtes Hautgewebe von Brandopfern ein. Damit konnte er auf dem Gebiet der Haartransplantationen erste Erfolge erzielen.
In den Folgejahren bildeten sich mit Hilfe wissenschaftlicher Untersuchungen unterschiedliche Methoden für Haartransplantationen heraus. Der brasilianische Forscher Prof. Dr. Carlos Oscar Uebel entwickelte aus den vorangegangenen Forschungsarbeiten in den 80er Jahren die Streifen- bzw. Striptechnik. Diese wurde in den zukünftigen Jahren zur Standardmethode. Für die Haartransplantationen mittels der Striptechnik entnimmt man größere Areale im Bereich des Hinterkopfes mittels Skalpell. Bei den Arealen handelt es sich um längliche Hautstreifen. Ein negativer Effekt der Haartransplantationen ergibt sich aus dem großflächigen Herausschneiden der Spenderareale. Während der Wundheilung hat diese Vorgehensweise eine Narbenbildung zur Folge. Des weiteren entstehen für den Patienten postoperative Schmerzen.
Eine sanfte Verfahrensweise ist dagegen die FUE Haartransplantation. Diese ging in den 90er Jahren hervor. Dabei entfernt man unter Verwendung einer feinen Hohlnadel körpereigene Spenderhaare und pflanzt sie an der dafür vorgesehenen Position ein. Die Spenderhaare stammen entweder vom Hinterkopf oder von anderen behaarten Körperstellen. Zur Schonung der empfindlichen Haarfollikel lagert man die entnommenen Spenderhaare in einer speziellen Lösung ein. Die darin enthaltenen Nährstoffe verhindern, dass die Haarfollikel von äußeren Einflüssen beeinträchtigt werden. Sie wirken sich insbesondere förderlich auf die Einheilung aus und beeinflussen die Anwuchsraten positiv.
Auf Grundlage der FUE Haartransplantation entwickelte der Haarchirurg Reza Azar ein optimiertes Verfahren mit der Bezeichnung I-FUE Methode. Die Haartransplantationen werden dabei in kleinen Intervallen abwechselnd durchgeführt. Die Lagerdauer der Haarfollikel wird damit sehr kurz gehalten. Daraus ergibt sich eine Anwuchsrate von 85 bis 95 Prozent.
Sowohl die FUE Haartransplantation als auch die I-FUE Methode gewährleisten eine schmerzreduzierte Verpflanzung der Transplantate sowie eine Minderung der Narbenbildung. Mit diesen Haartransplantationen findet man eine schonende Möglichkeit, wieder füllige Haare zu erhalten.
Autor: Fridolin Polgemann