Open Innovation


Die Integration von Nutzern in Innovationsprozesse ist aktuell ein wichtiges Diskussionsthema deutscher Marketing- und Innovationsmanager. Die Notwendigkeit eines solchen Vorgehens zur Erhöhung der Markt- und Kundenorientierung wird von den meisten Unternehmen erkannt, doch zu viele Produkte stellen sich nach der Markteinführung als Flop heraus.

Die ständige Bedürfnisorientierung bei der Entwicklung neuer Produktideen und -konzepte erweist sich oftmals als schwierig. Wie die Einbindung von Nutzern, Kunden und Anwendern in den Innovationsprozess effizient und effektiv geschehen kann, zeigt die Firma innosabi. Das wichtigste Schlagwort hierzu ist Open Innovation.

Darunter versteht man die Öffnung von Innovationsprozessen, indem man externe Parteien in die Produktentwicklung mit einbezieht. Kürzere Produktlebenszyklen und zunehmender Wettbewerbsdruck verlangen die Steigerung des Innovationspotentials von Unternehmen und eine stärkere Orientierung an den Bedürfnissen der Kunden – die derzeitige Wirtschaftskrise verstärkt diesen Druck. Diese werden jedoch in den meisten Fällen erst in einem späten Stadium im Rahmen von Marktakzeptanztests einbezogen. In dieser Phase können dann im optimalen Fall noch mit großen finanziellen und personellen Anstrengungen Produktanpassungen erreicht werden, in den meisten Fällen beschränkt sich jedoch der verbleibende Handlungsspielraum auf Änderungen im Marketing.

Wie öffnet man also Innovationsprozesse, so dass Nutzerintegration auch schon in frühen Phasen möglich wird und optimalerweise den kompletten Prozess begleitet? Dazu existieren verschiedene Ansätze im Bereich Open Innovation, von denen dieser Artikel zwei herausgreifen soll und Ihnen genauer vorstellen wird.

Die Herausforderungen bei der Öffnung von Innovationsprozessen liegen in verschiedensten Bereichen. Ein Unternehmen mit einer Kultur, welche eine Öffnung nach außen nicht zulässt, wird große Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Open Innovation Konzepten haben. Jedoch muss natürlich auch ein Weg eingeschlagen werden, der trotz Öffnung es Wettbewerbern nicht ermöglicht, zukünftige Unternehmens- und Produktstrategien zu durchschauen. Know-How-Verlust sollte weitgehend vermieden werden. Und schlussendlich bietet die Umsetzung der durch Nutzer außerhalb des Unternehmens generierten Ideen in vermarktbare Produkt- und Serviceinnovationen eine weitere Hürde.

Man kann Open Innovation Methoden nach der Anzahl der einbezogenen Nutzer und der Art des zu entwickelnden Produkts bzw. Dienstleistung unterscheiden. Bei der Pico-Job Methode (entwickelt von innosabi) werden beispielsweise tausende Nutzer aus
einem breiten Spektrum verschiedener Hintergründe im Rahmen von kleinsten Fragestellungen involviert, bei der Lead User Methode dagegen nur bis zu dreißig Nutzer – jedoch in deutlich intensiverem Umfang. Die Art des zu entwickelnden Produkts unterscheidet sich in Nischenprodukte oder Konsumgüter. Für Nischenprodukte lassen sich leichter so genannte Lead User finden, die ein starkes Bedürfnis in Bezug auf das zu entwickelnde Produkt haben. Die Intensität Ihrer Beziehung zum Produkt ist also sehr hoch, im Idealfall haben sie schon eigene Lösungen produziert, die es noch nicht am Markt zu kaufen gib. Für Konsumgüter sind solche Nutzer weitaus schwerer zu finden. Die innosabi Pico-Job Methode ist hier vorzuziehen.


Autor: Jan Fischer
jan.fischer(at)innosabi.com