Nachhaltigkeit – Modewort oder Managementmythos?
Nachhaltigkeit scheint in den letzten Jahren zu einem regelrechten Modewort geworden zu sein – in beinahe jedem Zusammenhang wird es zur Verstärkung des Wortes „Entwicklung“ benutzt – oftmals fernab von seiner ursprünglichen Bedeutung hinsichtlich der Ökologie. Nachhaltigkeit ist ein nicht einfach zu fassendes Wort, bedingt durch die Mehrschichtigkeit seiner Bedeutung. Gerade deshalb ist es wichtig, eine Definition zu finden, die das Wort und seinen Gebrauch klar abgrenzt. In der Studie „Grenzen des Wachstums“, wo der Begriff in seiner modernen Form geprägt wurde, wird der Englische Begriff „Sustainable Development “ verwendet. Im Deutschen kann der Begriff mit „dauerhafte“, „natürliche“, „aufrechterhaltbare“, „naturverträgliche“, „zukunftssichere“, „langfristig durchhaltbare“, „nachhaltig zukunftsverträgliche“ usw. oder einfach mit „nachhaltige Entwicklung“ übersetzt werden. Neben diesen vielfältigen Übersetzungsmöglichkeiten findet man in der Literatur über 70 unterschiedliche Definitionen, was wohl eher noch zu einer Verwirrung rund um den Begriff als zu Klarheit führen dürfte.
In der Praxis wird nachhaltige Entwicklung oftmals als Synonym zum Begriff „langfristige Wirksamkeit“ verwendet. Diese Verwendung ist aber grundsätzlich falsch, denn die Begriffe bezeichnen unterschiedliches. Während langfristige Wirksamkeit in erster Linie quantitative Aussagen über die Dauer von Wirkungen macht, beinhaltet der Begriff Nachhaltigkeit über das Merkmal der Langfristigkeit hinaus auch qualitative Wirkungen.
Die klassischste und am weitesten verbreitete Definition für nachhaltige Entwicklung stammt aus dem Brundtland Bericht. Die Nachhaltige Entwicklung wurde darin als eine Entwicklung definiert, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass zukünftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.
Trotz der bereits geschilderten Verwirrungen rund um den Begriff der Nachhaltigkeit ist man sich letztendlich einig, dass eine Umsetzung sinnvoll und notwendig ist. Die Voraussetzung, auch hierüber gibt es keine Zweifel, ist eine integrierte Umsetzung aller drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (Ökonomie, Ökologie und Soziales) zu gleichen Teilen, denn nur durch eine vernetzte Betrachtung kann die Wirtschaftlichkeit gesichert, unsere Umwelt geschützt und die Gesellschaft stabilisiert werden.
Aber wer setzt diese Leitidee nun in der Praxis um? Sind es die Regierungen, die Politik, internationale Einrichtungen, Unternehmen oder sogar wir als Konsumenten?
Ein Artikel von Word4Word Übersetzer und Dolmetscher in Berlin und München | Spezialisiert auf technische Übersetzung.
Autor: Andrea Joppe
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