Wertpapierkredite
Immer wieder geraten Anleger in Versuchung, noch mehr Profit zu erzielen, indem sie Wertpapiere auf Kredit kaufen. Die Broker und Banken unterstützen dieses Vorgehen sogar noch, indem sie ihren Kunden so genannte Wertpapierkredite anbieten. Was sich hinter einem solchen Wertpapierkredit verbirgt, haben die Experten des Finanzportals online-kredite.com einmal ausführlich untersucht: Wertpapierkredit. Von einem gewöhnlichen Kredit unterscheidet sich ein Wertpapierkredit in erster Linie dadurch, dass die Berechnung des Kreditrahmens anhand des derzeitigen Depotstandes erfolgt. Für den Anleger würde die Inanspruchnahme dieser Kreditlinie bedeuten, dass er mehr Wertpapiere im Depot halten kann, als es seine finanziellen Mittel eigentlich zulassen. Während der Kreditrahmen für einen gewöhnlichen Kredit also anhand der Bonität des Kunden eingeschätzt wird, hängt er beim Wertpapierkredit von der Entwicklung der Börsenkurse ab. Und genau hier liegt auch das Problem, dass dieser Kreditvariante innewohnt. Fallen die Kurse der im Depot des Anlegers befindlichen Wertpapiere, so schrumpft automatisch auch die Kreditlinie des Wertpapierkredites zusammen. Hat der Anleger diesen Kredit nun aber bereits vollständig ausgeschöpft, kann es schnell zur Unterdeckung kommen. In diesem Fall wird ihn die Bank auffordern, die Unterdeckung aus eigenen Mitteln auszugleichen. Kann der Kunde dies mangels Geld nicht tun, kommt es zum Zwangsverkauf von Positionen aus seinem Depot und zwar so lange, bis die Kreditlinie wieder ausgeglichen ist. Besonders in einer Baisse, also einer Phase sinkender Börsenkurse, kann das zu mehr als einem blauen Auge führen, und hat im letzten Börsencrash 2001 so manchen Anleger fast sein gesamtes Vermögen gekostet. Von daher bietet sich ein solcher Kredit nur als absolut kurzfristige Lösung an. Wer Wertpapiere über längere Zeit auf Pump kauft, lebt gefährlich, denn die Börse ist nun mal keine Einbahnstrasse.
Autor:
Daniel Franke
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