Das Girokonto als Kostenfaktor


Vielen Bankkunden ist wahrscheinlich gar nicht bewusst, wie günstig die Geschäftsbeziehung zu einer Bank sein kann. Anders jedenfalls lässt sich nicht erklären, warum die teils horrenden Gebühren der Institute so widerstandslos in Kauf genommen werden. Laufende Kontoführungsgebühren, wucherartige Überziehungszinssätze und klägliche Guthabenzinsen schrecken offenbar nicht genug ab. Dabei stehen günstige Alternativen von anderen Banken bereit, die einige Hundert Euro im Jahr sparen können. Im Kampf um neue Kunden gehen nämlich immer mehr Institute in die Offensive und bieten kostenlose Girokonten an. Nicht nur die Grundgebühr entfällt, auch zahlreiche andere Bankdienstleistungen sind erheblich günstiger. So fallen die Zinsen für einen in Anspruch genommenen Dispositionskredit nicht selten nur halb so hoch aus wie bei der herkömmlichen Bank. Im Gegenzug werden Einlagen jedoch mit Zinsen vergütet, die denen auf einem Tagesgeldkonto ähneln. Es ist derzeit also ohne weiteres möglich, ein solches kostenloses Girokonto als Ersatz für ein Tagesgeldkonto zu nutzen und Zinsen von deutlich über drei Prozent zu erhalten. Darüber hinaus wird zum kostenlosen Girokonto oft noch eine von der Jahresgebühr befreite Kreditkarte ausgehändigt, mit der mitunter an allen Geldautomaten weltweit gebührenfrei Bargeld abgehoben werden kann. Wer angesichts dieser verlockenden Offerten einen Wechsel der Bank in Erwägung zieht, sollte einiges beachten, damit auch das volle Einsparpotenzial erreicht wird. Verbraucher sollten sich ihrer Bedürfnisse und Ansprüche genau bewusst sein. Ein Kunde, der seine eiserne Reserve täglich verfügbar auf dem Girokonto haben möchte, achtet am besten auf die Guthabenverzinsung. Wer häufig in die roten Zahlen rutscht, wirft einen genauen Blick auf die Dispozinsen. Gerade hier ist das Sparpotential am größten, bieten einige Direktbanken doch Dispositionskredite von unter acht Prozent. Ebenfalls beachten sollten Interessenten die Qualität des Kundenservices. Erfahrungsberichte anderer Menschen im Internet können hier gut Aufschluss geben. Es sollte nicht nur eine übersichtliche Online Plattform zur Verfügung stehen, sondern auch eine telefonische Kundenbetreuung angeboten werden. Ein Anruf bei dieser sollte nicht allzu teuer sein und auch keine lange Warteschleife an den Nerven der Kunden zehren. Sind diese Bedingungen gegeben, kann ohne Reue die Bank gewechselt und ein kostenloses Girokonto genutzt werden. Das eingesparte Geld kann in der Zukunft dann für sinnvollere Dinge als Bankgebühren verwendet werden.


Autor:
Alexander Bertram
(artikel [at] netnut [.] de)